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Mareike Dobewall ist Komponistin, Stimmkünstlerin und Regisseurin für die darstellenden Künste. Sie schafft ortssensitive Arbeiten, in denen visuelle und klangliche Elemente aufeinandertreffen. Sie studierte Szenografie an der Norwegian Theatre Academy und promovierte an der Stockholm University of the Arts im Bereich Performative and Media-Based Practices (Dissertation: „Voicelanding“, 2021).
Für ihre Kompositionen entwickelte sie die Form der „nature scores“. Dabei handelt es sich um visuelle Notationen, die von Mustern inspiriert sind, die sie in den Umgebungen findet, mit denen sie arbeitet. Diese Partituren sind keine Illustrationen bereits vollständig imaginierter Musik, sondern Katalysatoren für Kollaboration, die Musiker:innen dazu einladen, neue Klangbeziehungen und klangliche Ausdrucksformen jenseits vertrauter Techniken zu entdecken.

In Mareike Dobewalls Arbeit ist Klang in Bewegung. Performer:innen bewegen sich durch den Raum und projizieren und lenken Klänge bewusst, während die akustischen Eigenschaften des Aufführungsortes sowie die Art und Weise, wie seine Formen und Materialien Klänge transformieren, zu einem aktiven musikalischen Element werden. Das Publikum ist häufig eingeladen, die Arbeit auch im Konzertkontext frei zu erkunden und der eigenen Neugier zu folgen.

Im Herbst 2025 war Mareike Artist-in-Residence im Glenkeen Garden. Dort entwickelte sie ein „Glenkeen Nature Score Leporello“, bestehend aus drei visuellen Partituren, die auf vor Ort gefundenen Mustern basieren. Diese werden von Naturklangaufnahmen begleitet, die die klangliche Vorstellungskraft der Performer:innen mit ortsspezifischem Klangmaterial anregen. Darüber hinaus schuf Mareike die aus Muscheln abgeleitete Skulptur „Sea Star Sky Chart“, die die Löcher und Muster von am Strand von Glenkeen gesammelten Muscheln nachzeichnet. Wenn Sonnenlicht durch die Skulptur fällt, wird ein vom Meer geschaffenes Universum sichtbar.

Über alle Projekte hinweg ist Mareike Dobewalls Praxis in Ökologie, Sorge um Raum und relationalem Denken verwurzelt – sie komponiert mit Orten als Mitgestalter:innen.

Anthea Bush (geb. in Truro, UK) lebt und arbeitet in Amsterdam. In ihrer künstlerischen Praxis untersucht sie die fragile Beziehung zwischen Natur und Kultur. Als Absolventin der Newcastle University und von De Ateliers realisiert Bush langfristige, forschungsbasierte Projekte, die Spannungsfelder zwischen Sprache und Wahrnehmung, Schönheit und Zerstörung sowie Resilienz und Verletzlichkeit erkunden.

Ihre Arbeiten zeichnen sich durch eine taktile Sensibilität im Umgang mit organischen Materialien aus – von Aquarellzeichnungen bis hin zu komplexen Skulpturen aus Federn, getrockneten Pflanzen und handgefärbten Stoffen.

Ihre Recherche wurde durch Residenzen und Stipendien gefördert, darunter die Glenkeen Garden Residency (Crespo Foundation, 2025), Ateljé Stundars KulturÖsterbotten, Mustarinda sowie mehrere Förderungen des Mondriaan Fonds. Sie stellte international aus, unter anderem im Museum van Bommel van Dam (NL), im Visual Arts Center of New Jersey (US), im The Hub (UK), in der Galerie Martin van Zomeren (NL), im C&H Art Space (NL) und in der Josilde Da Conceição Gallery (NL). Ihre Arbeiten befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen weltweit, darunter CBK Amsterdam (NL), Ateliers Höherwe (DE) und KulturÖsterbotten (FI).