Residency 11 - Herbst 2026
Roberto Freitas, Silvia Noronha & Raquel Versieux

Silvia Noronha ist bildende Künstlerin und Forscherin für anthropogene Böden aus Minas Gerais, Brasilien, und lebt derzeit in Berlin. Ihre Arbeit untersucht die Wirkkraft von Materialien durch partizipative und kollaborative Prozesse und fördert Begegnungen, in denen Materie ihren eigenen Rhythmus entfalten kann, der über die rationale Bedeutung hinausgeht. Seit 2015 entwickelt Noronha Arbeiten im Bereich der spekulativen Geologie – einem pseudowissenschaftlichen Ansatz, bei dem sie Boden als Medium nutzt, das multidimensionale Informationen transportiert, insbesondere in Bezug auf die Tiefenzeit. Unter Verwendung von Materialien wie Erde, Ton, Glas, Elektronikschrott und Kunststoff simuliert sie in ihren Skulpturen und Installationen geologische Prozesse, aktiviert latente Energien und fabuliert alternative Zeitlichkeiten und materielle Zukünfte. Zu Noronhas jüngsten Ausstellungen gehören MAC Panama (2025), Museu da Inconfidência, Minas Gerais (2025), ifa Gallery, Stuttgart (2024), RONDO ART, Katowice (2024), Virada Cultural Amazônia de Pé, Belém do Pará (2024), Klima Biennale, Wien (2024), Johannesburg Art Gallery (2023), Galerie Körnerpark, Berlin (2023) und das Center for Craft, North Carolina (2023).
Roberto Freitas (Buenos Aires, Argentinien, 1977) ist ein Künstler, der derzeit in Brüssel lebt und arbeitet. Er wurde in Argentinien geboren, wuchs jedoch in Brasilien auf und studierte dort, wo er einen Bachelor-Abschluss in Bildender Kunst und einen Master-Abschluss in Kunsttheorie an der UDESC erwarb. Seit 2002 bewegt sich seine Praxis frei zwischen Kino, Tanz, Musik, Skulptur, Performance, Zeichnung und Malerei, mit einem besonderen Schwerpunkt auf Installationen. Die Zusammenarbeit ist ein fester Bestandteil seiner Karriere, die sich oft durch langfristige Partnerschaften mit anderen Künstlern entwickelt hat. Im Laufe der Jahre hat er an Künstlerresidenzen, Musikpräsentationen, Performances sowie Einzel- und Gruppenausstellungen teilgenommen. Zu seinen jüngsten Ausstellungen gehören „Prisencolinensinainciusol”, Zsenne Art Lab, Brüssel (2025), „Imaginários Comuns”, CCJF, Rio de Janeiro (2024), „Cidade Jardim”, Casa GAL, Belo Horizonte (2024), „O som que faz fechar os olhos...”, Dotart Galeria, Belo Horizonte (2023), „Dimensão Cidade”, Casa das Rosas, São Paulo (2023) und „Under Watchful Eyes...”, GC Kontakt, Brüssel (2022).
Raquel Versieux (Brasilien, 1984) ist bildende Künstlerin, Forscherin und Professorin. Sie hat einen Doktortitel (2023) und einen Master (2014) in Bildender Kunst von der Fakultät für Bildende Künste der Bundesuniversität Rio de Janeiro sowie einen Bachelor in Zeichnen von der Bundesuniversität Minas Gerais (2011). Sie lehrte an der Regionalen Universität von Cariri (2016–2019) und entwickelte das gemeindebasierte Kunstprojekt „Manejo Movente” in Crato (Brasilien, 2019–2023). Seit 2022 lebt sie in Brüssel und absolvierte ein Postdoktorandenstipendium an der Luca School of Arts in Genk (2024). Ihre Forschung konzentriert sich auf eine politische und dekoloniale Neuinterpretation des Landschaftskonzepts, wobei sie die stillen Erzählungen menschlicher und übermenschlicher Gemeinschaften durch Installationen, Skulpturen, Zeichnungen, Videos, Fotografien und Performances offenlegt. Ihre jüngste Forschung, die von der Erfahrung der Schwangerschaft und der Geburt ihres Sohnes geprägt ist, untersucht die Beziehungen zwischen Nabelschnur, Stimmbändern und verschiedenen Ausprägungen eingeschränkter Sprache. Zu ihren jüngsten Teilnahmen zählen unter anderem das Boutures Festival (2025, Brüssel), die Fête d’Elephant (2025, Brüssel), „Manejo Movente” (Centro Cultural do Cariri, 2023) und das 36. Panorama der brasilianischen Kunst (São Paulo, 2019).